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Eric, Funkamateur

Eric "Sparks" Christensen, ein Computer-Sicherheitsexperte aus North Carolina, ist seit seiner High-School-Zeit ein begeisterter Funkamateur. Heutzutage spielt Fedora eine große Rolle bei seinem Hobby. Erfahren Sie, was Amateurfunk ist und wie Sie mit Fedora als Funkamateur durchstarten können!

Eric Christensen

Wo lebst du?

Ursprünglich in North Carolina, obwohl ich zeitweise in Newport News, Virginia, stationiert bin.

Was bist du von Beruf?

Ich arbeite als Information System Security Officer für die US Regierung.

Was ist dein IRC Spitzname? Was bedeutet er?

Sparks. Ich war acht Jahre als IT-Spezialist bei der US Navy und spezialisierte mich auf Radiotechnologie. Deshalb bekam ich, wie frühere Radiomoderatoren, den Spitznamen "Sparks". Ich bin stolz, diesen Spitznamen inne zu haben, wie so viele ausgezeichnete Kommunikatoren vor mir seit der Erfindung des Radios.

Kamst du durch deine Tätigkeit bei der Navy zum Amateurfunk?

Eigentlich war es gerade umgekehrt. Ich befasste mich mit Amateurfunk zur High-School-Zeit und als ich mich entschied zur Navy zu gehen, war ich bereit für all die coolen Spielsachen, die sie benutzen.

Wie würdest du unseren Benutzern Amateurfunk näher bringen?

Vielleicht zuerst ein bisschen Geschichte ... Als das Radio erfunden wurde, gab es zuerst ausschließlich Amateure. Dann wurden Regierungen auf der ganzen Welt aktiv, um das neue Medium besser regulieren zu können. Einige dieser Funkamateure wechselten dann zu kommerziellen Radiostationen. Es gab Übertragungen auf der Kurzwelle, AM- und FM-Radiostationen und Zwei-Weg-Kommunikationsarten, wie z.B. heute Ihr Handy auch ein Zwei-Weg-Kommunikationsmittel ist. Andere Funkamateure wollten jedoch einfach nur mit der Radio-Technologie spielen.

Diejenigen, die einfach nur tüftelten, wurden das, was wir heute Funkamateure nennen. Hier in den Vereinigten Staaten bekommen wir für unsere Sendungen kein Geld. Das Meiste ist entweder experimentell oder durch Notsituationen getrieben.

Haben Funkamateure ihre eigenen Radioprogramme auf bestimmten Frequenzbändern? Oder sind es mehr Gespräche als eigentliche Sendungen?

Es ist ähnlich wie ein Gespräch über das Funknetz. Wir strahlen normalerweise keine Sendungen aus. Es ist mehr eine Punkt-zu-Punkt-Kommunikation oder Punkt-zu-Mehrpunkt ... Wir machen oft "Rundtisch"-Gespräche.

Wie nutzt du Fedora in Verbindung mit Amateurfunk? Welche Ratschläge würdest du einem begeistertem Anfänger der Amateurfunk-Welt geben, der Fedora ausprobieren möchte?

Es gibt viele Aspekte des Amateurfunks, bei denen Sie Fedora unterstützen kann. Erstens sollten Sie sich notieren, mit wem Sie alles sprechen, um den Überblick zu behalten ... Es gibt in Fedora mindestens drei verschiedene Software-Anwendungen, die Ihnen helfen, diese Informationen zu verwalten. Möchten Sie Ihre eigenen Antennen bauen? Diese kannst du mit nec2c entwerfen. Vielleicht möchtest du deine eigenen Schaltungen aufzeichnen. Genau - dies ist ebenfalls möglich. Musst du wissen, wann sich die Satelliten, die du gerne für deine Kommunikation nutzt, über dir befinden? Gpredict zeigt dir die Überflugzeiten auf. Software für Funkfernbedienung und digitale Betriebsarten sind wohl am populärsten. Es gibt acht Software-Bestandteile, die bereits für Funkamateure zur Verfügung stehen, um digitale Kommunikationsarten zu nutzen! Es gibt so viel Funkamateur-Software in Fedora, dass das Dokumentations-Projekt einen Funkamateur-Guide schreibt, um dies alles zu dokumentieren.

Welches sind die drei Programme, mit denen du deine Aufzeichnungen speicherst? Nenne uns einige spezifische Betriebswerkzeuge für digitale Kommunikation, die du erwähnst hast.

Die drei Aufzeichnungsprogramme sind LinLog, qle und xlog. Ich hoffe, CQRLOG in den nächsten Monaten verfügbar zu haben, was wirklich ein tolles Programm ist.

Für die digitalen Betriebsarten haben wir fldigi, das wohl populärste Tool, sowie gmfsk, linpsk, lpsk31, qpsk31, qsstv, xfhell und xpsk31. Fldigi stellt die meisten Modi für die Amateurfunk-Gemeinschaft zur Verfügung. Die anderen sind Betriebsarten-spezifisch.

Was meinst du genau mit Betriebsart?

So eine Betriebsart ist ein Typ eines digitalen Algorithmus. Jeder Algorithmus benutzt eine andere Methode, um Informationen zu übertragen. Verschiedene Bandbreiten, verschiedene Bits pro Sekunde, verschiedene Codes. Ein paar verschiedene Betriebsarten wären z.B. RTTY (radio teletype) oder PSK31 oder sogar Morsecode.

Es kann eine bestimmte Menge der verfügbaren Bandbreite genutzt werden... zum Beispiel 10 kHz. Innerhalb dieses Bandes können Sie die Kommunikation mit jemand anderem aufbauen, indem Sie verschiedene "Sprachen" (oder Modi) einsetzen. Wenn alle die gleiche Sprache sprechen, können auch alle reden. D.h. wenn alle PSK63 benutzen, dann können Sie die Konversation mitverfolgen, die gerade stattfindet.

Wie findest du die Leute, mit denen du sprechen willst und wie trefft ihr euch? Trefft ihr euch zu festgelegten Zeiten in einem bestimmten Modus auf einer bestimmten Frequenz?

Ich habe ein paar festgelegte Termine mit einigen Leuten aber hauptsächlich ist es Zufall, dass ich mit jemanden spreche. Nicht, dass es wenige Leute gäbe, mit denen man sprechen könnte.

Ist ein Amateurfunk-Gespräch textbasiert, stimmbasiert oder beides?

Ich mache beides, Gespräch und Text. Obwohl mir Text-basierte Kontakte irgendwie besser liegen.

Unterscheiden sich Leute, denen du im Funknetz begegnest von Leuten, die du in einem Chatroom oder IRC findest? Ist es ein anderer Schlag von Menschen?

Ja, würde ich so sagen. Es ist ein anderes Publikum ... Obwohl Linux Benutzer und Amateurfunker nicht so unterschiedlich sind. Beide Gemeinschaften lieben es zu experimentieren und mögen Open Source. Es gibt da draußen ein Software-basiertes Radio, welches dir erlaubt, genau das Radio zu machen, was du möchtest.

Erzähle uns von einer kürzlichen Konversation, bei der du Fedora genutzt hast, um dich mit dem Amateurfunknetz zu verbinden. Wo leben die Leute, mit denen du sprachst? Wie hast du diese gefunden?

Nun, gerade vor ein paar Minuten hörte ich 17-meters, 18.101 Mhz und ich kontaktierte Abdul 7Z1CQ in Saudi Arabien mit BPSK-63. Ich bin gerade über VNC und SSH mit meiner Amateurfunkstation verbunden, damit ich sie während meiner Mittagspause nutzen kann. Von meinem RHEL Arbeitsplatz über mein Fedora-Gerät zu Hause kann ich die ganze Welt entdecken und dies ausschließlich mit FOSS. Und fldigi ermöglicht beinahe unbegrenzte Kontrollmöglichkeiten des Amateurfunks, so dass ich überall auf der Welt, wo ich Zugang zum Internet habe, mit dieser Technik kommunizieren kann.

Für Leute, die nun mehr erfahren möchten, gibt es weiterführende Informationen, die Sie empfehlen?

Nun ... wenn du Fragen zu Amateurfunk hast, würde ich die Seite the American Radio Relay League besuchen oder die Amateurfunkgemeinschaft deines Landes ... Antworten auf Fragen zu Amateurfunkprogrammen in Fedora findest du auf the Fedora Amateur Radio SIG oder du kannst das Handbuch the Fedora Amateur Radio Guide lesen, welches zurzeit als Entwurf vorliegt. Und natürlich werden die Fedora-Ressourcen für alle nützlicher, je mehr Leute dazu beitragen.

Danke Eric!

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