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Máirín, Künstlerin und Designerin

Máirín Duffy, eine Interaktions-Designerin und grafische Künstlerin aus Boston, benutzt ausschließlich Fedora für Ihre Design-Arbeiten. Ob Websites, GUI Modelle, T-Shirts, Posters oder Tests zur Benutzbarkeit - sie benutzt Fedora für alles. Haben Sie eine kreative Blockade? Máirín empfiehlt Ihnen eine Menge Anwendungen für Fedora!

Máirín Duffy

Wo lebst du?

Ich wurde in Queens, New York geboren und wuchs im Bundesstaat New York auf. Heute lebe ich in Bosten, Massachusetts.

Was bist du von Beruf?

Ich bin Interaktionsdesignerin und arbeite für Red Hat. Als Interaktionsdesignerin kreiere ich UI Designs, Grafiken, Modelle, Diagramme und Grafiken, um bei der Entwicklung bedienbarer und eleganter Software mit zu helfen.

Was ist dein Spitzname im IRC?

Mizmo. Es gibt anscheinend einen Fischereigeräte-Hersteller namens Mizmo - aber deshalb nenne ich mich nicht so! Obwohl mein Name Máirín ist (irische Schreibweise für "Maureen"), nennen mich viele meiner Freunde "Mo" und das "Miz" steht für "Miss", deshalb steht Mizmo eigentlich nur für "Miss Mo".

Wann hast du mit Fedora angefangen?

Während ich zur High-School ging, begann ich Red Hat 5.0 zu nutzen. Ich nahm dann einen Red Hat Linux Desktop mit ins College, aber die Campus Linux Users' Group überzeugte mich, Debian einzusetzen. So benutzte ich Debian bis zu meinen ersten Hochschuljahr, als ich Fedora Core 3 ausprobierte (ich wollte die neueste Gnome-Version testen und Debian war einfach zu veraltet). Seitdem bin ich Fedora-Anwenderin. Also, seit ungefähr 2004.

Wie wurdest du Interaktionsdesignerin?

Ich wuchs mit Abenteuerspielen auf einem IBM XT PC auf. Diese wurden von einer Firma namens Sierra On-Line hergestellt. Sie waren in EGA (16-farbig) und hatten eine Texteingabeanalyse, so dass man eingeben konnte, was die Charaktere tun sollen und entsprechend wurde ein Dialog zurückgegeben. Meine ganze Familie hatte großen Spaß an diesen Spielen. Sie hatten eine solche Wirkung auf mich - ich habe beim Spielen tatsächlich Lesen gelernt, dass ich sehr früh entschieden habe, später eine Videospiel-Designerin für Sierra zu werden. Zu der Zeit, als ich die High School besuchte, hatte sich Sierra sehr verändert und war von einer viel größeren Firma aufgekauft worden, so dass sie aufhörten, tolle Spiele herauszugeben. Huch. Aber ich war ohnehin entschlossen, Informatik und Elektronische Kunst zu studieren, was ich auch tat. Dabei lernte ich eine Menge über Linux. Ich habe festgestellt, dass Linux sehr viel cooler wäre, wenn es einfacher zu bedienen wäre. Dies wurde zu meiner neuen Leidenschaft - Software einfacher bedienbar zu machen.

Viele Designer benutzen Macs. Und du? Nutzt du die Adobe Creative Suite?

Nein, diese Software habe ich seit 2006 nicht mehr benutzt. Fedora (und manchmal Red Hat Entreprise Linux) ist nun seit mehreren Jahren zu meinem primären Betriebssystem geworden. Ich nutze auch keine Designwerkzeuge von Adobe. Allerdings setze ich eine Menge freier sowie Open Source Design-Anwendungen ein, um meine Arbeit zu machen.

Welche Anwendungen in Fedora nutzt du, um Designs zu erstellen? Was macht jede dieser Anwendungen?

Lass mich dies zusammenfassen!

  • Inkscape ist für mich die allerwichtigste Anwendung. Es ist die Killerapplikation, welche es mir ermöglichte, OS X und proprietäre Design-Software vollständig aufzugeben. Es ist ein Vektorgrafik-Programm (ähnlich wie Adobe Illustrator, aber besser). Ich benutze es für alles, von UI-Prototypen, über Logo- und Icon-Design zu Diagrammen.
  • Gimp - Gimp ist ein voll ausgestattetes Bildbearbeitungs-Programm - ähnlich wie Adobe Photoshop. Ich benutze es für die Fotobearbeitung und zum Zuschneiden von UI-Bildschirmen - Ich benutze die Ausschnitte in Inkscape um UI-Designs zu ändern - und ich nutze es auch für einige digitale Zeichnungen.
  • MyPaint - MyPaint ist ein relativer Neuling in der freien Software Grafik-Szene, trotzdem ist es ist eine tolle Anwendung. MyPaint ist ein digitales Zeichen-/ Mal-Programm, das mit einer Menge großartiger Pinsel ausgestattet ist, die in vielen Fällen eine sehr ähnliche Haptik wie natürliche Zeichenstifte bieten. Ich mag es, um damit Konzepte zu skizzieren, die ich dann mit Vektoren in Inkscape ausgestalte.
  • Scribus - Scribus ist ein Seitenlayout-Programm, das für die Erstellung von druckfertigen Grafiken sehr praktisch ist.
  • Xournal - Xournal ist ein großartiges Tool für Notizen und um PDF-Dokumente zu kommentieren. Ich benutze es, um mir Notizen zu machen, wenn ich für "User Research" unterwegs bin.
  • PDF Mod - Ein weiteres gutes Werkzeug für die Manipulation von PDF-Dateien. Es hilft Ihnen, separate PDF-Dokumente visuell zu einem zusammenfügen, oder Sie können sogar bestehende mehrseitige PDF-Dateien neu anordnen.

Es gibt unzählige mehr, aber dies sollte für den Beginn mal eine gute Basis bieten! :)

Falls meine Freunde und Mitarbeiter Fedora für ihre Design-Arbeiten nicht benutzen würden, wäre ich dann trotzdem in der Lage, mit ihnen zusammenzuarbeiten?

Auf jeden Fall. Ich arbeite mit Designern zusammen, die Adobe Software auf MacOS X einsetzen. Sämtliche freie Kreativitäts-Software in Fedora unterstützt offene Standard-Dateiformate. Soweit ich weiß, sind auch alle wichtigen proprietären Proramme fähig, diese Formate zu öffnen - PNG, SVG, PDF, etc.

Das einzige Dateiformat, das problematisch sein kann, ist Flash. Die Welt der freien Software verfügt noch über keinen Editor, der Flash-Quelldateien öffnen kann. Für einmal bin mit Apple einig in der Hoffnung, dass Flash weniger massgebend als HTML5 werden wird und sich JavaScript-Frameworks weiter verbreiten.

Hättest du ein paar Tipps für begeisterte angehende Designer, um in Fedora geniale Schnittstellen-Designs zu entwerfen?

Ich denke, mein bester Tipp wäre, im Geiste "offen zu bleiben". So ziemlich alles, was du mit proprietären Anwendungen auf einem Mac oder Windows tun kannst, ist auch in Fedora möglich. Manchmal sind die Dinge ein bisschen anders, als du dir gewohnt bist (ich schaue dir in die Augen, Gimp!), Aber alle Funktionen, die du benötigst, sind verfügbar und du wirst feststellen, dass die Gemeinschaften rund um diese Design-Anwendungen wirklich groß und vielfältig sind. Es gibt unzählige Anleitungen, Videos und erweiterte Funktionen wie Pinsel und Paletten, die für diese Anwendungen zur Verfügung stehen.

Mein zweiter Tipp ist, die die Fedora Design Suite auszuprobieren. Dies ist eine erweiterte Ausgabe von Fedora, welche bereits vorinstalliert die besten kreativen Open Source Anwendungen für dich bereitstellt!

Es gibt jedes Jahre ein großes Libre Graphics Meeting , bei dem Benutzer und Entwickler dieser freien Kreativitäts-Software für ein paar Tage zusammen kommen, um sich über ihre Projekte und zukünftige Entwicklungsschritte auszutauschen. Es ist eine anregende Veranstaltung und sie bietet die tolle Möglichkeit, sich über neue Anwendungen zu informieren und verborgene Schätze gewisser Anwendungsfunktionen zu entdecken. Du wirst dir vermutlich einige Inhalte dieser Konferenz selber ansehen wollen (vollständige Videos vieler vergangenen Sitzungen der letzten Konferenz sind online zu finden) oder mach doch selber einen Ausflug zur nächsten Konferenz und lerne Neues!

Mein letzter Tipp ist, dass du niemals eine Frage oder Schwierigkeit, die du mit der Software hast, für dich behalten solltest. Ergreifedas Wort! Die Fedora-Community ist eine sehr einladende und freundliche Gemeinschaft und du wirst viele Leute finden, die dir helfen. Wir haben ein Design-Team, dass Fedora nutzt, um eigene Designs für das Fedora-Projekt zu erstellen, und wir tauschen regelmäßig Tipps und Tricks und Ideen aus. Du bist mehr als willkommen, uns um Hilfe zu bitten und Zeit mit uns zu verbringen!

Woher nimmst du öffentlich-lizenzierte Vorlagen für deine Designs?

Hier sind die drei Links zu Bibliotheken mit öffentlich lizenzierten Inhalten, die ich oft benutze:

  • Open Clip Art Library - eine umfangreiche Bibliothek von Public-Domain-Vorlagen im SVG-Format. Die Qualität ist sehr unterschiedlich, aber es gibt dort eine Menge großartiger Schätze.
  • CompFight - CompFight ist eine Suchmaschine, die Flickr nach Creative Commons lizenzierter Fotografie durchsucht.
  • Open Font Library - eine Schwester-Seite von Open Clip Art Library. Die OFL stellt viele Lizenz-offene Schriften zur Verfügung. Ich habe auch eine laufende Blog-Serie, wo ich bestimmte Lizenz-offene Schriften vorstelle, die ich gerne benutze.

Kannst du uns einen verborgenen Fedora Schatz verraten, den du uns gerne weitergibst?

Ja, ich denke da an eine praktische Anwendung. Mein Laptop ist auch ein Tablet-PC. Manchmal wenn ich mir im Tablett-Modus Notizen mache, ist es unpraktisch in den Tastatur-/ Laptop-Modus zu wechseln. Also gibt es da diese Anwendung namens CellWriter, die Texterkennung macht. Ich kann also im CellWriter-Fenster schreiben und es konvertiert mein Gekritzel automatisch in richtigen Text. Es ist ein tolles Werkzeug, dass viele Linuxanwender wohl noch nicht kennen.

Danke, Mo!

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