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Automatische Aktualisierung

Sie müssen selbst entscheiden, ob Sie die automatische Aktualisierung mittels yum auf allen Maschinen laufen lassen. Es müssen einige Argumente sowohl dafür als auch dagegen abgewogen werden. Die Entscheidung liegt in der Verantwortung des Systemadministrators jeder Maschine zu entscheiden, ob automatische Aktualisierungen wünschenswert sind oder nicht. Es zeichnet einen guten Systemadminsitrator aus, dass er die Fakten und die Empfehlungen der anderen abwägt und daraus seine Schlussfolgerungen zieht.

Eine in den meisten Fällen gültige Regel ist:

Ist der Rechner ein wichtiger Server, bei dem ungeplante Auszeiten eines Dienstes nicht akzeptabel sind, sollte die automatische Aktualisierung nicht verwendet werden. Anderenfalls könnten Sie sie verwenden.

Auch diese allgemeine Regel hat Ausnahmen oder kann umgangen werden. Einige Probleme können mit einem speziellen Setup auf Ihrer Seite gelöst werden. Beispielsweise könnten Sie ein eigenes Repository mit getesteten oder vertrauenswürdigen Aktualisierungen auf einem lokalen Server erstellen. Dann verwenden Sie nur Aktualisierungen von diesem Server. Solche Setups können - obwohl komplexer aufzusetzen und zu unterhalten - ein hohes Mass der Risiken von automatischen Aktualisierungen vermeiden.

Wie werden automatische Aktualisierungen eingerichtet?

Sie können den yum-Paketmanagerdienst für das automatische Herunterladen und Installieren neuer Aktualisierungen (z. B. Sicherheitsaktualisierungen) verwenden. Das yum-RPM-Paket enthält einen Dienst "yum", den Sie als root aktivieren können. Führen Sie die folgenden Kommandos als root aus:

service yum start


Die Aktualisierungen von Softwarepaketen werden nach /var/log/yum.log für evtl. notwendige Überprüfungen geloggt.

Wenn Sie diesen Dienst beim Starten des Rechners aktivieren wollen, müssen Sie folgendes Kommando als root eingeben:

chkconfig yum on

Kann man den Aktualisierungen von yum vertrauen?

Die Überprüfung des GPG-Schlüssels der Softwarepakete durch yum ist in Fedora standardmässig aktiviert. Wenn Sie die korrekten GPG-Schlüssel importiert und die Option gpgcheck=1 in /etc/yum.conf noch aktiviert haben, kann man zumindest davon ausgehen, dass alle aktualisierten Pakete nicht verändert wurden. Angreifer haben keine Möglichkeit ein vom System als gültig akzeptiertes Paket zu erzeugen, solange sie nicht den privaten Schlüssel zu dem Ihrem System gespeicherten öffentlichen erhalten haben.

Es stellt sich jedoch die Frage nach der Qualität der Aktualisierungen. Kann deren Installation zu Problemen auf dem System führen? Diese Frage können wir nicht beantworten. Jedes Paket durchläuft einen Qualitätssicherungsprozess. Allerdings können nicht alle denkbaren Konstellationen getestet werden. Es ist immer möglich, dass Aktualisierungen während oder nach ihrer Installation Probleme hervorrufen.

Warum sollte man automatische Aktualisierungen verwenden?

Der wichtigste Vorteil automatischer Aktualisierungen ist deren schnellere, häufigere und gleichmässigere Verteilung der Aktualisierungen auf die Rechner als deren manueller Installation. Wir haben zu viele kompromittierte Rechner im Internet gesehen, die abgesichert gewesen wären, wenn sie regelmässig aktualisiert worden wären.

Obwohl Sie speziell in Produktionsumgebungen mit automatischen Aktualisierungen zurückhaltend sein sollten, sollten Sie zumindest darüber nachgedacht haben.

Gründe FÜR das Nutzen automatischer Aktualisierungen

Während keiner so einfach sagen kann, ob Ihr Rechner ein guter Kandidat für automatische Aktualisierungen ist, gibt es ein paar Dinge, die ihn zu einem besseren machen:

Wenn all diese Punkte auf Ihren Rechner zutreffen, könnten automatische Aktualisierungen die beste Möglichkeit sein, ihn abzusichern. Sollten sie nicht alle zutreffen, müssen Sie die Risiken abwägen und selbst entscheiden.

Gründe GEGEN das Nutzen automatischer Aktualisierungen

Keiner kann sagen, ob Ihr Rechner ungeeignet für automatische Aktualisierungen ist. Es gibt aber ein paar Gründe, die ihn zu einem schlechteren Kandidaten machen:

Es gibt ausserdem ein paar Gründe, warum das Installieren automatischer Aktualisierungen ohne vorheriges Testen eine schlechte Idee sind. Ein paar davon:


Empfehlungen zum Nutzen der automatischen Aktualisierungen

Wenn Sie sich für die Nutzung automatischer Aktualisierungen entschieden haben, sollten Sie ein paar Dinge tun, um sicher zu sein, dass Sie immer auf dem aktuellen Stand sind.

Überprüfen Sie für automatisch installierte Pakete, ob sie einen manuellen Eingriff benötigen. Sie können in yums Logdatei (normalerweise /var/log/yum.log) beobachten, was es aktualisiert hat. Das funtioniert auch automatisch per E-Mail, wenn Sie den cron-Job so ändern, dass er ihnen den letzten Teil der Logdatei sendet. Ändern Sie die Datei /etc/cron.daily/yum.cron so, dass sie folgendermaßen aussieht:

#!/bin/sh

if [ -f /var/lock/subsys/yum ] ; then
/usr/bin/yum -R 10 -e 0 -d 0 -y update yum
/usr/bin/yum -R 120 -e 0 -d 0 -y update
/usr/bin/tail /var/log/yum.log | /bin/mail -s yum-report youremail@yourdmain
fi

Dabei ersetzen Sie youremail@yourdomain mit der gewünschten E-Mail-Adresse, zu der der Bericht gesendet werden soll. Diese Änderungen bedeuten, dass Ihnen jede Nacht nach dem Ausführen von yum das Ende der Logdatei gesendet wird, was Ihnen sagt, was passierte. (Das erfordert natürlich eine funktionierende Mail-Installation auf Ihrem Rechner.)

Alternativen zur automatischen Aktualisierung

Benachrichtigungen

Statt der automatischen Aktualisierung kann Sie yum auch per E-Mail über zur Verfügung stehende Aktualisierungen informieren. Dazu richten Sie einen cron-Job wie den angegebenen ein. Speichern Sie ihn einfach unter einem geeigneten Dateinamen in /etc/cron.daily with (z. B. yum-check-updates.cron).

#!/bin/sh

/usr/bin/yum check-update 2>&1 | /bin/mail -s "yum check-update output" root

Sie können natürlich die E-Mail-Adresse ändern, an die der Bericht gesendet wird.

Aktualisierungen planen

Ein weiteres häufiges Problem ist, dass die Aktualisierungen ausgeführt werden, wenn es gar nicht erwünscht ist (Feiertage, Wochenende, Urlaub etc.). Wenn niemand da ist, der auftretende Probleme beheben könnte, ist es möglicherweise das Beste, Aktualisierungen an solchen Tagen zu vermeiden. Eine Möglichkeit ist einen crontab-Eintrag statt des Standards in /etc/cron.daily/yum.conf zu verwenden. Wenn die Aktualisierungen z. B. nur montags bis freitags ausgeführt werden sollen, könnten Sie einen crontab-Eintrag wie den folgenden verwenden:

0 7 * * 1-5   /usr/bin/yum -y update

Wenn Sie mehr Kontrolle über den Zeitpunkt des Starts benötigen, könnten Sie z. B. eine Datei /usr/local/etc/no-yum-update.conf mit den Datumsangaben erstellen, an denen yum nicht ausgeführt werden soll. Diese Datumsangaben sind im Format YYYY-MM-DD (2005-03-31) anzugeben. Danach erstellen Sie ein /etc/cron.daily/yum-update.cron-Skript wie das folgende:

#!/bin/sh

today=$(date +%Y-%m-%d)

while read banned; do
[ "$today" == "$banned" ]  && exit 0
done < /usr/local/etc/no-yum-update.conf
yum -y update


Andere Methoden des Schutzes

Ein weiterer zu berücksichtigender Punkt, wenn Sie automatische Aktualisierungen nicht verwenden ist, Ihren Rechner auf andere Art und Weise gegen vor der Aktualisierung auftretende Attacken zu schützen. Das schliesst eine (interne oder externe) Firewall ein, das Vermeiden gefährdender Arbeiten (wie Surfen im Internet oder Lesen von E-Mails) sowie das Überwachen des Systems auf Einbrüche oder Einbruchsversuche (mittels Systemlog, IDS, Login-Überwachung etc.). Dabei leisten Programme wie logwatch wertvolle Dienste.